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Überholen uns die Maschinen?

Im Workshop “Maschinen zum Denken” in Josefstal zum Thema Wissensmanagement ging es um einen kritischen Blick auf die Entwicklungen in der digitalen Technik.

Gibt es intelligente Maschinen, die selber denken können? Mit dem Turing Test wurde schon 1950 versucht herauszufinden, ob eine Maschine “Denken” kann.  Ergebnis: Wenn die Maschine “Lügen” kann, dann ist sie intelligent und kann Denken.

Aber können wir uns eine andere Intelligenz als die unsere vorstellen? In Autos, Smart-Homes usw. kommen sie schon vor. Wir produzieren täglich rein quantitativ unfassbare Mengen an Daten. Laut Eric Schmidt, Mitbegründer von Google, speichern wir heute täglich die Menge, die die Menschheit von Anbeginn bis zur Jahrtausendwende 2000 gespeichert hat. Maschinen strukturieren die Daten für uns - und monetarisieren sie. Die Maschinen sind keine Roboter, oder Dampfmaschinen, sondern Assistenzsysteme. Diese sammeln die Daten ein, Computerprogramme werten sie aus und geben uns Rückmeldungen, Anregungen, Hinweise als Ergebnis. D.h. die Assistenzsysteme wissen eine Menge über uns.

Gleichzeitig verändern diese Systeme unsere Gesellschaften. Verlage, Zeitungen, Taxiunternehmen, Einzelhandel, Produktionsprozesse, Werbung, …. die Beispiele ließen sich unendlich weiter ausführen. Hier zerstören die digitalen Systeme Arbeitsplätze, Strukturen und kulturell wichtige Instanzen und mühsam erstrittene Qualitätsstandards.  Und wir, nehmen wir es einfach hin? Diese Systeme vernetzen sich und nutzen alle das Internet.

Ist das Internet der Ozean aus Solaris? Also eine Intelligenz, die unser Denken und Handeln beeinflusst, oder denken wir noch selber?

Die spannende Erkenntnis: Unsere Aufgabe ist es, dass wir aufmerksam sein müssen, wo uns diese Systeme die demokratischen Bürgerrechte nehmen. Intransparenz ist ein entscheidender Faktor im Zeilalter von Big Data. Algorythmen entscheiden mittlerweile über Kreditvergabe, Gesundheitszuschüsse und vieles mehr. Wenn wir das einfach mit uns machen lassen, ohne kritisch nachzufragen, dann hat nicht die künstliche Intelligenz, aber sicherlich Institutionen die damit Geld verdienen gewonnen. Eine soziale Intelligenz ist nämlich noch nicht in die oft Geld optimierenden Systemen integriert.

Ist diese künstliche Intelligenz, die Assistenzsysteme also noch zu unserem Vorteil, oder zu unserem Nachteil. Auch in einer immer komplexeren Welt müssen wir uns diese kritische Betrachtung dieser nicht mehr zu vermeidenden Technik bewahren und den nachwachsenden Generationen als Angebot zu eigenen Meinungsbildung anbieten. Das sind Bildungsprozesse, und viele haben auch schon Früchte getragen. Daher weiter kritisch bleiben in der Bildungsarbeit.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 19. Juni 2015 um 15:40 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Computermedienpädagogik, Netzpolitik, Themen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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