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Einmischen statt nur rummaulen gilt auch für Medienpädagogen - vorallem beim JMStV.

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Alvar Freude stellte beim Gautinger Internettreffen noch mal Kritik und Stand der Diskussion bei der Neufassung des Jugendmedienstaatsvertrages vor. Jugendschutz hat Verfassungsrang - aber auch die Kommunikationsfreiheit. Hier gilt es eine Abwägung von Grundrechten vorzunehmen.

Grundsätzlich ist der JMStV ein Gesetz für den Rundfunk. Diese Regelungen sollten auf das Internet übertragen werden. Größte Kritik: Dies funktioniert nicht, weil das Internet ganz andere Facetten aufweist. Auch kommt die Medienpädagogik überhaupt nicht vor.

In der Enquettekommission des dt. Bundestages gilt es die Medienpädagogik stärker als Instrument zum Schutz vor Gefahren zu verstehen. Und Medienpädagogik ist nicht nur als Angebot für Kinder und Jugendliche, sondern für alle Altersgruppen zu verstehen. In der Arbeitsguppe Medienpädagogik wird es die größten Differenzen im Thema Jugendschutz geben.

Große Fragen in der Diskussion der Kommission.

Welches Leitbild ist im Internet das richtige.

Ist das Internet der Ort der Kommunikationsfreiheit?

Welche Ziele verfolgt der Jugendmedienschutz? Schutz vor zufälligen Treffern, oder bewusster Suche, oder “Selbstgefährdung”.

Faire Verantwortundverteilung beim Jugendschutz.

Das Internet ist Mittler aller Medien geworden. Was heißt das?

Albert Fußmann wirft die provokante Frage auf, ob es überhaupt noch einen Bereich der Gesellschaft gibt, aus denen man Kinder ausschließen sollte?

Perspektiven und Ideen aus der Diskussion:

Technisch ist außer Stecker ziehen oder Totalzensur wie in China es nicht möglich, das explizite Aufsuchen von gefährdenden Inhalten durch Jugendliche zu verhindern. Werden Seiten also bewusst und nicht zufällig aufgesucht, ist ein technischer Schutz fasst nicht möglich. Für jüngere Kinder funktionieren Internetfilter vielleicht noch um sie vor zufäligem Zugang zu schützen.  Wenn Eltern sie installieren!

Eine positive Perspektive wäre ein Cloudsourcingprinzip also der Empfehlungen von Seiten durch Eltern, Institutionen, Kinder und Jugendliche. Dies gilt oder funktioniert vor allem für jüngere Kinder.

Eine österreichische Utopie: “Medienkompetenzgesetz” statt “Jugendschutzgesetz” - In Deutschland grenzen sich aber die Jugendschützer von den Medienpädagogen ab. Hier steckt wohl ein Grundproblem der Diskussion.

Für jüngere Kinder sind sicherlich Internetfilter geeignet (sofern sie denn überhaupt installiert und richtig eingestellt sind - das bedarf auch einer Kompetenzvermittlung bei Eltern.) Bei älteren Kindern (ab 10 Jahre) muss es um Selbstschutz gehen. Wie baut man diesen Selbstschutz auf.

Verkehrserziehung hat heute schon ein Modell um “Selbstschutz” auch schon kleinsten Kindern zu vermitteln. Hier muss man nur mal googlen. Das kann ein Modell sein. Die andere Frage ist, was sind denn die wirklichen Gefahrenpotentiale bei Jugendlichen (kostenpflichtige Abzockseiten, Cybermobbing, Urheberrechtsverletzungen die geahndet werden etc.). Dies wird von den Jugendschützeren überhaupt nicht in den Blick genommen.  Außerdem ändern sich reale Bedrohungen und Gefahren ständig. Hier kann ein Gesetz gar nicht so schnell hinterherkommen, Bildungskonzepte sind da flexibler. Noch mehr ein Grund auf Bildung statt auf Gesetz zu setzen.

Wenn wir also Kinder und Jugendliche wirklich schützen wollen, dann gilt es viele Fragen zu diskutieren, vorhandene Abegrenzungen zu überwinden und vor allem sich einzumischen als Medienpädagogen. Medienpädagogik muss vielleicht mehr denn je politisch werden. Wenn wir über Partizipation diskutieren, dann sollten wir als Medienpädagogen das auch praktizieren. Also unbedingt hierhinklicken und mitmischen.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 23. März 2011 um 15:55 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Computermedienpädagogik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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